Das erste Telefonat – übers Ohr zum Herzen
Vom Radio können wir was lernen. Wie wichtig die Stimme für die Stimmung ist zum Beispiel. Charme und Witz schaden natürlich auch nicht. Aber allein der frisch-fröhliche Singsang der Moderatoren verbreitet schon gute Laune. In der Liebe hat die Stimme sogar noch mehr Gewicht: Neben Blicken und Gesten ist sie häufig der entscheidende Schlüssel zum Herzen. Der Griff zum Hörer kann die Brücke sein zwischen schreiben und treffen, zwischen sich mögen und sich lieben. Anregungen für eine gelungene Hörprobe:
Der Zeitpunkt im Blickpunkt
Ein paar Nachrichten, ein prickelnder Chat, Nummerntausch. Das Herz schlägt bis zum Hals. Sie tippen die Zahlen. Freizeichen. Nur noch Sekunden bis zum ersten Wort und dann – Enttäuschung: ein trockenes „Ja?“. Sie haben einen schlechten Moment erwischt. Vielleicht ist sie oder er gerade auf dem Sprung zum Geschäftstermin oder hat das Haus voller Gäste. Ob morgens, mittags oder abends: Klären Sie am besten per E-Mail oder SMS, wann beide Ruhe zum Telefonieren haben. Damit Sie das Kribbeln vorm ersten Anruf so richtig genießen können.
Ihr Einkaufszettel fürs Telefonieren
Drei Tafeln Schokolade und der Lieblingsrotwein. Dafür keine Butter und keinen Zucker für den Morgenkaffee. Das passiert gern, wenn wir ohne Spickzettel durch die Supermarktgänge schlendern. Was uns beim Einkauf ans Wesentliche erinnert, ist auch eine wertvolle Gedankenstütze fürs erste Telefonat: Sammeln Sie in Ihren Nachrichten Anknüpfungspunkte und notieren Sie, worüber Sie mehr erfahren möchten. Besonders geschickt: Offene Fragen, die den anderen erzählen lassen und das Gespräch in Gang bringen.
Schachmatt – Offenheit schlägt Verlegenheit
„Ich freue mich riesig, dich zu hören. Aber ganz ehrlich: Ich bin aufgeregt wie ein Schulkind beim Bruchrechnen an der Tafel.“ „Wie schön, da sind wir ja schon zwei.“ Es geht um das größte Lebensgefühl, die Liebe. Da ist Nervosität erlaubt. Und seien Sie sicher: Jeder kennt sie. Treten Sie die Flucht nach vorn an: Machen Sie die Aufregung zur Verbündeten. Sprechen Sie über Ihr Lampenfieber. So nehmen Sie ihm den Schrecken und haben gleich ein Thema, das verbindet. Perfekt!
„Wie ist bei dir das Wetter?“
Auch Seelenverwandte müssen zueinander zu finden. Da hilft Smalltalk. Über die Erlebnisse des Tages oder darüber, womit man bis zum Anruf beschäftigt war: „Na, wobei störe ich dich gerade?“ Selbst die ausgeleierte Frage nach dem Wetter hat bei einer größeren Entfernung zwischen den Telefonierern ihre Berechtigung. Hobbys, Kino, Musik, Haustiere oder Aktuelles – sich kennenlernen heißt eben auch, über Alltägliches auf Betriebstemperatur zu kommen. Automatisch tasten Sie sich dabei zu den persönlicheren Dingen vor.

Lächeln Sie
„Wozu? Man sieht mich doch nicht.“ Aber wir hören, ob jemand fröhlich und entspannt ist. Das färbt ab. Und die Stimme verrät noch über ihren Besitzer: Sie lässt auf den Charakter schließen, uns den anderen unfreundlich oder sympathisch finden. Wärme und Ruhe – ein sonniger Klang bringt ein Wohlgefühl. Manche Menschen haben sich sogar schon in eine anziehende Stimme verliebt. Sorgen Sie mit guter Laune für Musik in den Ohren. Telefonieren Sie vorher einfach mit Ihrem besten Freund oder Ihrer besten Freundin. Das bringt Sie in die richtige Stimmung.
Leicht geht’s leichter
Klar, auch die schönste Stimme berührt uns auf Dauer nur, wenn die Worte stimmen. Wer anregend und heiter drauflosplaudert, sammelt beim anderen schnell Punkte. Schwere Kost wie der Frust über den Ex oder den Job können die Unbeschwertheit des Anfangs dagegen trüben. Setzen Sie auf leichte Themen wie Anekdoten aus Beruf, Familie und Urlaub oder Ihre Zukunftspläne. Hören Sie auf Ihren Gesprächspartner und auf Ihr Gefühl – Sie werden spüren, wenn die ernsteren Seiten des Lebens an der Reihe sind.
Nicht alles auf einmal
Mit einer Stoppuhr ins Gespräch, damit ja beide die gleiche Redezeit bekommen? Natürlich nicht. Trotzdem: Die Balance zwischen Erzählen und Zuhören zeichnet ein Gespräch auf Augenhöhe aus. Ein guter Vorsatz: Nicht ungebremst lossprudeln, auch den anderen zu Wort kommen lassen. Ihr Gegenüber ist ein bisschen schüchtern? Machen Sie's ihr oder ihm mit ein paar Fragen leichter. Wenn Sie dann am Ende des ersten Telefonats denken: „Es gibt noch so viel zu erzählen“ – toll! Dann gibt's genug Stoff fürs weitere Kennenlernen.

Lesen, hören, sehen
Sie haben geschrieben, gechattet und geredet – und finden sich sympathisch? Oder mehr? Gehen Sie den nächsten Schritt: Treffen Sie sich. Schöne Worte sind zwar viel, aber nicht alles. Die Wellenlänge stimmt schon mal? Dann geben Sie der Liebe die Chance, sich beim Date zu zeigen. Ob Sie sich bloß gut verstehen oder auch richtig gut riechen können, merken Sie erst, wenn Sie sich sehen. Vertrauen Sie Ihrem Bauch. Er sagt Ihnen, wann die Zeit reif ist.
Die Tipps zum ersten Telefonat im Überblick
1. Auf den Punkt – sich zum Anruf verabreden
2. a), b), c) – Themen sammeln und notieren
3. „Nervös? Klar.“ – Aufregung ansprechen
4. Regen oder Sonnenschein? – mit Smalltalk einsteigen
5. Denk „Cheese!“ – lächelnd telefonieren
6. Aller Anfang ist leicht – mit heiteren Themen starten
7. Stück für Stück – sich in Ruhe kennenlernen
8. Der Bauch sagt „Weiter geht’s“ – auf ins erste Date!
Kommentar von angie-berlin am 2013-05-17 19:40:18 CEST
Fotofreigabe
Viel schwieriger ist es, wenn man eigentlich ganz neugierig und gespannt ist, wer sich hinter netten, ansprechenden Zeilen verbirgt... und dann, nach Freischaltung des Fotos feststellt, dass es typmäßig absolut nicht paßt! Daher: nur mit Foto!!!! Und genauso umgekehrt... ansprechendes Foto, aber fürchterliches Deutsch oder Flüchtigkeitsfehler...wer sich da schon keine Mühe gibt...geht gar nicht! angie-berlin
Kommentar von marena16 am 2012-01-19 15:39:30 CET
nach dem 1.Telefonat
Wenns nicht passt mit dem telefonieren, dann nicht auflegen, das wäre gemein, langsam sehr freundlich beenden und schreiben, tut mit Leid , es passt mit uns nicht. Der gewisse Funke ist leider nicht übergesprungen. Hatt mir deine Stimme und das was du sagst ganz anders vorgestellt.. Obwohl ich mich in deine Tolle Art zu scheiben verliebt habe, alles Gute für dich und viel Erfolg. So könnte man es machen!
Kommentar von Peter-2000 am 2011-10-11 13:32:22 CEST
Am Telefon absagen
Alles schön, für Erfolge braucht man keine Ratschläge! Aber wenn es nicht passt? Wenn man sich vorher nette Sachen schreibt und man dann beim ersten Telefongespräch gleich merkt, es passt gar nicht, dann ist es aus meiner Sicht das Schwierigste dem/der vorher Angebeteten einen Korb zu geben. Wie teilt man das Unvermeidbare respektvoll mit?
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