Schüchternheit – weit verbreitet und heilbar
Eben war alles in Ordnung, auf einmal schwankt der Boden: Gummibeine, Hitzewallungen, die Lippen wie verleimt, Blackout. Der Auslöser: Schüchternheit. Die Angst etwas falsch zu machen, zu versagen. Fast jeder erlebt das mal. In der Fahrprüfung, wenn der neue Chef plötzlich vor einem steht – oder ein Flirt, der den Atem stillstehen lässt. Was hilft? Die Triebfedern der Schüchternheit erkennen, mutig sein und Selbstbewusstsein tanken. Besonders leicht geht das beim Online Dating: Anders als beim Kennenlernen im Bus, im Café oder auf einer Party müssen Sie hier nicht mit Spontaneität glänzen. Sie wählen Ihre Worte in Ruhe und kommen einander gelassen näher. Ja, und dann? Keine Sorge: Schüchternheit ist kein unveränderbares Merkmal wie Ihre Schuhgröße. Wo Schüchternheit herkommt und wie Sie ihr Beine machen:
Angst verleiht Flügel
Beim Schüchternen drängelt sich ein uralter Instinkt zu oft nach vorn: Ein Mix aus Aufregung, Alarmbereitschaft und Furcht – der Fluchtreflex. Angst, die befiehlt: „Lauf weg!“ Beim anrauschenden Säbelzahntiger zündete das den Turbo, bei der Partnersuche bremst es. Obwohl hier Verliebens- statt Lebensgefahr besteht, will man ausbüxen. Aus Furcht vor Ablehnung. Vor der Blamage. Vielleicht, weil sich schmerzliche Erinnerungen eingenistet haben. Das Fatale: Die düstere Erwartung mündet im Teufelskreis: Der Schwarzmaler sät Verschlossenheit und erntet Zurückhaltung oder Zurückweisung. „Das wird eh nichts.“ wird zum Glaubenssatz. In Stein gemeißelt ist der aber zum Glück nicht:

Raus aus dem Ohr, kleiner Mann
„Gleich kriege ich wieder einen knallroten Kopf, stammle dummes Zeug und stehe rum wie Falschgeld. Peinlich.“ Stopp! Mag sein, dass Ihre Wangen rasch glühen und Sie schnell Ihr Was-soll-ich-sagen-Gesicht machen. Finden Sie sich damit nicht ab, tun Sie was dagegen. Denken Sie an schöne Momente: Wann mögen Sie sich? Wo sind Sie locker und unterhaltsam? Und warum? Erforschen Sie den Grund für Ihre Schüchternheit an anderer Stelle: Welche Erlebnisse und Zweifel lösen sie aus? Und dann brechen Sie auf Richtung Selbstbewusstsein. Nehmen Sie sich fest vor, die Unsicherheit zu überwinden. Der beste Start: Das Online-Dating-Flirt-Selbstvertrauens-Training. Doch Vorsicht – nicht jede Veränderung ist gleich eine zum Guten:
Schweißperlen unter dem Eispanzer
Stellen Sie sich vor: Ein Schauspieler ist in seiner Rolle gefangen. Er darf nur noch so tun, als sei er ein anderer. Bricht er aus, wird er gefeuert. So geht’s manchen, die ihre Scheu hinter Coolness verbergen. Je länger Sie sich verstellen, desto schwerer wird es, die Maske ohne Gesichtsverlust abzunehmen. Und desto eher fragt sich Ihre Bekanntschaft, was noch aufgesetzt war. Oder Ihr Gegenüber deutet Kühle und Distanz als Arroganz und Gleichgültigkeit und beendet den Kontakt, bevor Sie Ihr wahres Ich zeigen können. Bleiben Sie Sie selbst. Auch im Internet. Wenn Sie dann voreinander stehen, sagen Sie einfach, was los ist: „Ich bin baff. Mir fehlen die Worte.“ Das bringt das Eis zum Tauen.
Vom Sockel statt vom Hocker
Ein normaler Mensch aus Fleisch und Blut, mit Stärken und Schwächen. Wer? Ihr nächster Flirt, Ihre neue Bekanntschaft. Selbst wenn sein oder ihr strahlender Glanz Sie anfangs blendet – Sie treffen einen Menschen, dem Selbstzweifel garantiert nicht fremd sind. Der im Job oder im Privatleben auch Momente erlebt, in denen man sich wie auf einer Bühne fühlt, angestarrt und klein. Sie treffen sicher nicht: Einen Gegner, der auf einen Patzer lauert. Das klingt belanglos. Doch es sind wertvolle Einsichten, die Verkrampfungen lösen. Und mit denen Sie eine hinreißende Frau oder einen atemberaubenden Mann vom Podest holen – auf das Sie ihn oder sie selbst gestellt haben.
Dem Bammel die Hammelbeine langziehen
Machen Sie Ihrer Schüchternheit Beine: Treiben Sie Sport. Vor einem Date kann das Wunder wirken. Denn Bewegung vertreibt Stress und lässt ihn langsamer entstehen. Schwimmen oder laufen Sie regelmäßig. Oder trainieren Sie für den nächsten Stadt-Marathon. Bewegung bringt ein gutes Körpergefühl – und Selbstvertrauen: Bei der Frage „Wie hältst du dich fit?“ haben Sie jetzt mehr auf Lager als ein verschämtes: „Ich nehm’s mir immer wieder vor, aber ...“ Legen Sie mit kleinen Schritten los: Radeln Sie zur Arbeit, gehen Sie nach dem Abendessen spazieren. Das ist allemal besser als schuldbewusst von einer Sofaecke in die andere zu rutschen.

Schau mir zwischen die Augen
Auf in Situationen, die den Puls beschleunigen! Meistern Sie Schritt für Schritt neue Herausforderungen. Stufe 1: Nehmen Sie sich vor: „Ich verjage meine Scheu!“ Stufe 2: Halten Sie Blicke. Überall. Kleine Hilfe: Ab und zu die Nasenwurzel zwischen den Augen anpeilen. Das wirkt, als blickten Sie Ihr Gegenüber an. Und Sie vermeiden, unruhig zwischen den Augen hin- und herzuspringen. Stufe 3: Stoßen Sie ein Lächeln an. Auch überall. Feiern Sie jedes erwiderte Lächeln als kleinen Sieg – Sie haben es ausgelöst. Stufe 4: Sprechen Sie Fremde an. Zum Aufwärmen reicht ein „Hallo“ im Fahrstuhl. Steigerung: Holen Sie sich Rat. Im Supermarkt: „Wissen Sie, wo das Apfelmus steht?“ Fragen Sie nach dem Weg, selbst wenn Sie ihn kennen. Oder nach der Uhrzeit – es sei denn, Sie sind mit Armbanduhr und T-Shirt unterwegs. Und auf allen Stufen: Small Talk üben. Leicht fällt der mit Menschen, mit denen Sie sowieso reden: Ihr Friseur, Ihre Optikerin, der Taxifahrer. Mehr dazu in unseren Tipps zum Small Talk.
Makel? Von wegen!
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Aber es wird satt – weil es fleißig sammelt. Sammeln Sie Flirt-Erfahrung und Erfolgserlebnisse. Das Online Dating ist dafür ideal. Und bis Sie ein Kontakt- und Kennenlern-Profi sind, sehen Sie das Gute an Ihrer Schüchternheit: Viele Frauen und Männer finden ein scheues Reh nämlich sympathischer als die Diva oder den Draufgänger, der ohne Punkt und Komma quasselt. Ein verhuschter Blick, ein Hauch Schamesröte – schöne Komplimente, die zeigen: „Ich bin beeindruckt.“ Viele Schüchterne sind außerdem ruhige, aufmerksame und gute Zuhörer. Andere empfinden sie oft als freundlich und hilfsbereit. Fragen Sie Ihre Freunde, wie die Sie erleben. Und dann nehmen Sie sich ein Herz. Denn: Am meisten bereut man Dinge, die man nicht gemacht hat.
Die Tipps für mehr Selbstvertrauen im Überblick
1. Auf den Grund – die Ursachen der Schüchternheit erkennen
2. Auf geht’s! – die Schüchternheit verjagen wollen
3. Auf Eis – zur Unsicherheit stehen statt sie überspielen
4. Auf den Boden – im anderen den normalen Menschen sehen
5. Auf die Plätze – mit Sport Leib und Seele fit machen
6. Auf, auf, auf – schrittweise mutiger werden
7. Auf Sie! – sich über die guten Seiten der Zurückhaltung freuen
Kommentar von Wildblume12 am 2012-06-29 13:50:50 CEST
an cat123
Hallo Lutz, du musst dein Profil interessanter schreiben, treibe Sport, nimm ab, das macht immer sexy und die Glückshormone wachsen. Lass dich Klamottenmäßig beraten und es gibt im Internet gute Tipps zu finden, wie Mann an seiner inneren und äußeren Wirkung und an seiner Persönlichkeit arbeiten kann. Du weißt, dass man sich erst selber richtig lieben muss, bevor man von anderen Menschen geliebt wird?
Kommentar von _cat123_ am 2012-06-20 22:46:33 CEST
6. Auf, auf, auf – schrittweise mutiger werden
Hallo Ich bin im mittleren Alter (50Plus),habe nach meiner Trennung recht heftig den Boden unter meinen Füßen verloren .Ich weiß nicht mehr wie der Hase läuft .Ich möchte nicht mehr so allein sein ,aber ich habe keine Ahnung wie es funzt eine Frau richtig an zu flirten .Ich habe dabei starke Hemmungen ,was soll ich tun. ICH möchte doch bloß geliebt,und wieder einmal umarmt werden . Villeicht bin ich auch falsch hier ???? LG_cat123_
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